Stumme Schreie hörbar machen

Angesichts der Apathie der breiten Masse, die in lebensgefährdendem Zusammenhang mit nichts-mitkriegen-Wollen steht, muss ich an den Spruch meines Opas denken, der gerne sagte: „Wenn Blödheit weh tun würde, dann würde DER ganz laut schreien“. Von solchen „Ders“ gibt es scheinbar immer mehr.

Schon vor zehn Jahren sind wir Tierschützer an den Zufahrten zum Schlachthof in Graz gestanden. Wenn die Ampeln für die Autos auf Rot waren, haben wir uns mit riesigen Transparenten, auf denen Tötungsszenen zu sehen waren, quer über die Straße gestellt. Einige von uns sind auch immer direkt vor dem Schlachthof gestanden. Mit Kerzen um die Weihnachtszeit.

Wir haben das jahrelang immer wieder gemacht.

Für den Schlachthofskandal im Jahr 2015 (von dem wir uns erwartet haben, dass die Welt zuerst den Atem anhält und dann zum Nachdenken und Fühlen anfängt) haben wir wochenlang die Schlachtungs-Videos angeschaut und diese ausgewertet, um Filme zu schneiden und Anzeigen zu schreiben. Wir hatten Material von 20 Schlachthöfen aus ganz Österreich.

Die psychische Belastung war enorm. Wenn man die ganze Zeit Tieren beim Sterben zuschauen muss, dann macht das schon etwas mit einem, und wenn man dann rausgeht und die Leute im Supermarkt sieht, wie sie sich beim Fleisch anstellen und so tun, als wäre das das Normalste auf der Welt, dann hat man schon viel hinunterzuschlucken und zu verdauen.

Das hat man als denkender und fühlender Mensch in unserer Gesellschaft sowieso.

Und jetzt wird alles getoppt durch Corona. Es ist so offensichtlich, wie wir verarscht werden. Wie die Politik uns immer schon für blöd verkauft hat. Wie wir der GeldElite immer schon unsere Seelen verkauft haben und geglaubt, wir kaufen uns Freiheit und Glück. Wie wir uns gegeneinander ausspielen lassen und am Ende die Menschen alle gegeneinander sind, dass die da oben noch mehr von unserer Dummheit profitieren.

Sonst nichts. Gerechtigkeit gibt es schon lange nicht mehr. Mit Ehrlichkeit schießt man sich nur selber ins Knie. Leben ist nichts wert. Es ist etwas ganz anderes, das zählt. Diese Gesellschaft ist kalt und krank gemacht worden und hat sich nicht gewehrt.

Leben zum Dumpingpreis. Gesundheit als beinhartes Geschäft, um an Krankheiten zu verdienen. Man lügt einander grinsend ins Gesicht. Kaum etwas, das von den Menschen kommt, ist mehr echt. Liebe ist ein leeres Wort. Vielleicht geht es uns auch bald so wie den Tieren. Dann fällt der Vorhang dieser falschen Realität, und dahinter sind wir nur noch Versuchstiere und Nutzvieh. Und dann hört uns keiner mehr schreien, so wie die Tiere heute keiner mehr hört.

Published by

Claudia Maria

Ich wollte immer freier sein, und die geltenden Spielregeln habe ich schon als Kind angezweifelt. Meine Fragen waren immer: Warum tun die Menschen all das der Natur, den Tieren, einander und sich selbst an? Wofür? Die Erklärungen waren und sind für mich billige Ausreden. Warum können wir nicht endlich miteinander in Frieden leben? Jeder als für die anderen unverzichtbares Puzzleteilchen, jeder mit seiner eigenen Schönheit, in Liebe zum Leben und zueinander... gemeinsam ein großes, buntes, wunderbares Bild. Meine für mich selbst gefundenen Antworten waren immer die einzigen, denen ich vertrauen konnte. So bin ich heute ein ziemlich eigensinniger, selbstbestimmter Mensch. Ich bin so dankbar für meinen Weg und dankbar allen Menschen, die mich inspiriert haben. Vegan zu leben ist für mich der Anfang vom Frieden und die Basis aller Bemühungen um eine bessere Welt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s