Corona und der virtuelle Hass

An Corona und den Konsequenzen scheiden sich die Geister. Seit wir verlernt haben, konstruktiv miteinander umzugehen, pflegen wir eine ziemlich ungesunde Streitkultur, das war ja auch vorher schon so, doch die aktuellen Auseinandersetzungen zeigen eine zunehmend ungemütliche virtuelle Realität.

Zusammenkommen dürfen die Leute nicht mehr, abgesehen davon ist man ohnehin hunderte Kilometer voneinander entfernt – im Denken und in echt. Die Leute haben Zeit, die Nerven liegen blank, also schlägt man sich in den sozialen Medien verbal die Schädel ein.

Gut gegen Böse, Gesundheitsapostel gegen Rebell

Auf der einen Seite sieht man die Aluhut tragenden Verschwörungstheoretiker, die als Antisemiten und Demokratiefeinde hingestellt werden, als gefährliche Psychos und Kriminelle, seit die ersten, mit dem Virus in Verbindung gebrachten 5G Masten fallen, auf der anderen Seite die selbsternannten Politik- und all die anderen Wissenschaftler, die, gleich wie die echten Experten im Fernsehen, kühn mit Zahlen, Daten und Fakten jonglieren.

„Unglaublich, was Menschen denken können und glauben wollen“, ist eine der kreativen Aussagen der Verschwörungstheoretikergegnerschaft.

Das Problem ist, dass man sich auf beiden Seiten als Retter der Menschheit sieht, weil man ES verstanden hat, während die anderen diejenigen sind, die das Boot zum Kentern bringen werden. Aus Dummheit, und diese Dummheit versucht man einander verzweifelt auszutreiben.

Man geht aufeinander los, dabei sitzt man in demselben Wasserfahrzeug. Oder: „Die Regierungen scheißen auf euch, und ihr streitet, weil es stinkt.“, wie man es im Lager der Verschwörer sieht.

Es war immer schon der Hass, der Kriege begonnen und alles kaputt gemacht hat.

Aber woher kommt dieser, unsere Gesellschaft zunehmend spaltende Hass?

Die Verschwörer würden sagen, von George Soros, der die Menschen gegeneinander aufhetzt. Die Mainstream Medien sehen in George Soros einen Menschenfreund.

Machen wir uns also auf die ungemütliche Suche nach dem Hass in uns selbst.

Diese Übergangszeit für ein wenig Psychohygiene zu nützen, könnte ziemlich wichtig für uns alle sein… Also:

Woher kommt dieser Hass tief in uns drin? Wenn er denn dort ist. Sind wir Menschen wirklich so schlecht, oder würden wir ohnehin nicht einfach nur unsere Ruhe haben wollen, ein gutes Leben und dann die individuellen kleineren oder größeren Ansprüche zur Selbstverwirklichung, wenn man uns denn ließe? Ist also das Außen schuld? Unsere kollektive Vergangenheit? Das System? Hat uns die Kirche schon viel zu lange einreden dürfen, dass wir Sünder sind, und haben wir es schließlich geglaubt? Hat man uns in der Schule aufeinander losgelassen, weil man weiß, dass Kinder schnell lernen, dass man von oben weiter hinunter spucken kann? Hatten unsere Eltern zu wenig Zeit für uns, und haben wir deshalb, weil uns nie jemand, nicht einmal wir selbst uns zugehört haben, diese Ängste und Hassgefühle entwickelt?

Oder ist der Hass gar nicht real? Wie der Virus. Wieder so eine verschwörungstheoretische Idee.

Dann wäre ja eh alles gut und wir bräuchten nur weiter in der Beobachterrolle bleiben und abwarten bis nach dem Virus, und dann einfach schauen, was sie im Fernsehen sagen, wer aller überlebt hat, und wie es dann weitergehen soll.

Statt sich allzu sehr von den Märchen und Horrorgeschichten der Mainstream Medien verängstigen oder einschläfern, oder den medialen Rundumschlägen derer, die verzweifelt allein zuhause sitzen, an wunden Punkten treffen zu lassen, könnten wir uns Gedanken darüber machen, was wir wirklich wollen und nach diesen kranken Zeiten besser machen sollen… müssen… werden.

Wenn man sich unsere Gesellschaft so ansieht, dann haben wir da ein unglaublich großes Potential.

Published by

Claudia Maria

Ich wollte immer freier sein, und die geltenden Spielregeln habe ich schon als Kind angezweifelt. Meine Fragen waren immer: Warum tun die Menschen all das der Natur, den Tieren, einander und sich selbst an? Wofür? Die Erklärungen waren und sind für mich billige Ausreden. Warum können wir nicht endlich miteinander in Frieden leben? Jeder als für die anderen unverzichtbares Puzzleteilchen, jeder mit seiner eigenen Schönheit, in Liebe zum Leben und zueinander... gemeinsam ein großes, buntes, wunderbares Bild. Meine für mich selbst gefundenen Antworten waren immer die einzigen, denen ich vertrauen konnte. So bin ich heute ein ziemlich eigensinniger, selbstbestimmter Mensch. Ich bin so dankbar für meinen Weg und dankbar allen Menschen, die mich inspiriert haben. Vegan zu leben ist für mich der Anfang vom Frieden und die Basis aller Bemühungen um eine bessere Welt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s