Brennnesselsamen – die vergessenen Wundersamen

 

Während Brennnesselsamen schon in der Antike für ihre besondere Heilwirkung bekannt waren, finden sie in unserer Zeit leider kaum noch Beachtung. Dabei würden wir ihre wundersame Wirkung gerade heute doch so dringend benötigen.

Schon der griechische Dichter Ovid schrieb vor 2000 Jahren über die Verwendung von Brennnesselsamen für die Zubereitung eines speziellen Liebestranks. Im Mittelalter wurden sie vor allem als Kräftigungsmittel verwendet, und um 1600 finden sich Aufzeichnungen darüber, dass Brennnesselsamen zu Salben verarbeitet worden sind. Im 19. Jahrhundert haben Pferdehändler gutes Geld für ihre feurigen Tiere mit besonders schön glänzendem Fell bekommen, nachdem sie ihnen zwei Wochen lang Brennnesselsamen gefüttert haben. Und ein deutscher Arzt soll, nachdem er von der Wirkung auf die Pferde gehört hatte, den Insassen eines Altersheims täglich ein bis zwei Teelöffel getrocknete Samen gegeben haben, woraufhin die alten Menschen neuen Lebensmut und neue Energie bekamen.
Keine anerkannte Wirksamkeit

Während die Heilwirkung der Blätter und Wurzeln von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Gesellschaft für Phytotherapie (ESCOP) sowie der Kommission E, einem wissenschaftlichen Beirat des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, offiziell anerkannt wird, gibt es in keinen amtlichen Arzneibüchern auch nur einen einzigen Hinweis auf die medizinische Wirksamkeit der Samen. Ganz allgemein finden sich in der Literatur nicht viele Informationen über Brennnesselsamen.

Vor allem in den USA wurden im Zusammenhang mit der außerordentlichen regenerierenden und nährenden Wirkung der Samen auf Nieren und Nebennieren aber durchaus vielversprechende Erfolge erzielt. Es hat sich gezeigt, dass die Nierenfunktion durch die Verwendung von Brennnesselsamen sehr positiv beeinflusst werden kann. Die Samen wirken besonders unterstützend bei degenerativen Nierenerkrankungen, sie leiten Giftstoffe aus, haben eine allgemein schützende Wirkung auf die Nieren im Zusammenhang mit Giften, dazu kommt noch der leberschützende Effekt und sie können die Funktion geschwächter Nebennieren – unter Berücksichtigung weiterer Maßnahmen – sogar vollständig wiederherstellen.

Allgemein wirken die Samen vitalitätssteigernd, bringen Lebensfreude und Lebensmut.

Brennnesselsamen sind also wahre Heilsamen, auf deren besondere Wirkung wir nicht verzichten sollten.

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Multitalent Brennnesselsamen

Samen sind von Natur aus Kraftpakete. Und gerade die Samen der besonders heilkräftigen Brennnessel sind überaus reich an Vitalstoffen.

Neben ihrer nierenstärkenden Wirkung förderen sie ganz allgemein die Vitalität aber auch die Willenskraft, das heißt sie wirken aufbauend und regenerierend sowohl auf den Körper und auch auf den Geist.

Aufgrund ihrer stark kräftigenden und vitalisierenden Wirkung sind Brennnesselsamen somit das optimale Mittel gegen Müdigkeit und Energiemangel. Und weil sie neben der körperlichen auch die mentale Kraft verbessern, sind sie besonders empfehlenswert im Zusammenhang mit Burnout und Depressionen. Brennnesselsamen können ein positives Wohlgefühl bis hin zu leichter Euphorie bewirken. Auch zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens älterer Menschen sind die Samen optimal.

Durch ihre regenerierende Wirkung auf die Nebennieren ermöglichen sie es dem Körper ganz allgemein, besser mit Stress umzugehen, und alle im Zusammenhang mit Stress hervorgerufenen Erkrankungen können überaus positiv beeinflusst werden.

Die Samen haben auch eine besondere entgiftende Wirkung auf den Organismus, etwa im Zusammenhang mit Schlangen- oder Spinnenbissen und Bienenstichen. Auch speziell die Nieren werden vor Giften geschützt, was besonders vorteilhaft etwa bei der Einnahme von nierentoxischen Medikamenten ist. Brennnesselsamen sind daneben auch ein wirkames Gegenmittel für den gefleckten Schierling, eine hochgiftige Pflanze, die leicht mit der Schafgarbe verwechselt werden kann.

Durch ihre entgiftende Wirkung haben die Samen auch einen sehr positiven Einfluss im Zusammenhang mit Rheuma und Gicht.

Sie wirken entlastend und stärkend auf die Leber und ganz allgemein aktivierend auf das Immunsystem.

Brennnesselsamen haben auch eine ganz besonders positive Wirkung auf Haut und Haar. Die Samen bewirken eine verbesserte Durchblutung der Haut, die dadurch optimal versorgt und gestrafft wird. Das Wachstum der Haare wird so effektiv angeregt, und Hautinfektionen können schneller heilen, was die Brennnesselsamen auch zu einem ganz besonders wertvollen Mittel für die Behandlung von Hautproblemen wie Ekzemen macht.

Ganz allgemein wird das gesamte Erscheinungsbild von Mensch und Tier positiv beeinflusst – Auswirkungen, die den im Brennnesselsamen enthaltenen pflanzlichen Hormonen zuzuschreiben sind.

beach-1868557__340                                                                                                                          foto pixabay

Von diesen Phytohormonen geht auch eine aphrodisierende Wirkung aus, die unsere Vorfahren ebenfalls gerne nutzten. Schon in Ovids „Ars Amatoria“ – seinem „Lehrbuch der Liebe“ – findet sich ein Rezept mit Brennnesselsamen für ein aphrodisierendes Getränk. Die verschiedenen, auch auf den menschlichen Organismus Einfluss nehmenden hormonähnlichen Pflanzenwirkstoffe der Brennnesselsamen lassen sowohl den Testosteronspiegel ansteigen und enthalten daneben auch Östrogen. Die Wirkung ist also gleichermaßen gut für Männer und Frauen und umgekehrt für keines der Geschlechter negativ. Lust und Potenz werden gesteigert, ebenso wird die Milchproduktion stillender Mütter positiv beeinflusst. Im Mittelalter soll die Kirche mancherorts Nonnen und Mönchen den Verzehr von Brennnesselsamen aus diesen Gründen sogar verboten haben.

Die Wurzel der Brennnessel ist wie auch die Samen von sehr positiver Wirkung im Zusammenhang mit der Prostatagesundheit und auch die Funktion der Schilddrüse wird von den Wundersamen unterstützt.

Sie regenerieren unsere Nebennieren

Die Nebennierenschwäche ist ein typisches Leiden unserer Zeit. Der chronische Stress, dem wir heute fast rund um die Uhr ausgesetzt sind, belastet unsere Nebennieren im Übermaß. Wenn dann noch schwerwiegendere Probleme im Beruf oder Beziehungsprobleme dazukommen oder psychischer Druck durch Existenzängste, permanentes negativ-Denken oder ständiges sich-Sorgen-Machen, dann kann das im Laufe der Zeit zu einer Überlastung der Nebennieren führen. Die Nebennieren sind unser Stress-Kontrollsystem. Funktioniert dieses nicht mehr, dann werden die ungebremst eintreffenden Auswirkungen des Stressgeschehens auf unseren Organismus tödlich enden – etwa durch Herzinfarkt. Die Nebennieren können uns irgendwann nicht mehr ausreichend gegen den Stress schützen und es kommt unweigerlich zum Zusammenbruch des vegetativen Nervensystems und des Hormonsystems.

Brennnesselsamen sind (neben anderen wichtigen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Ernährung und einem allgemeinen Überdenken der Lebenseinstellung) genau dieses Wundermittel, das die Funktion der Nebennieren wieder herzustellen vermag.

Es sind nur wenige solcher, auf bestimmte Organe oder Organsysteme heilsam einwirkende Stoffe bekannt. Indem sie nährend und ausgleichend wirken, können sie die Funktion eines jeweiligen Organs tatsächlich wieder herstellen. Neben den Brennnesselsamen und deren positivem Einfluss auf Nieren und Nebennieren sind das etwa Weißdorn für Herz und Kreislauf, Mariendistel für die Leber oder Saat-Hafer (Avena Sativa) für das Nervensystem.

Die adaptogene Wirkung der Brennnesselsamen

Die Wundersamen gehören auch zu den so genannten Adaptogenen, dabei handelt es sich um bestimmte Stoffe, die die Anpassung des Organismus an eine höhere Belastung bewirken. Im Ayurveda ist diese Wirkung der Anpassung von Körper bzw. Immunsystem als das Rasayana-Prinzip bekannt. Adaptogene machen den Organismus also widerstandsfähiger gegen Stress. Zu den Pflanzen mit adaptogener Wirkung zählen neben den Brennnesselsamen etwa auch Ginseng, Heilpilze wie Shiitake oder Reishi, Rhodiola rosea (Rosenwurz) oder Tulsi, das heilige Basilikum. Adaptogene sollen völlig ungiftig, gut verträglich und frei von Nebenwirkungen sein.

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Sammelleidenschaft

Gesammelt werden die reifen Samen etwa ab August. Ein Zeichen für die Reife sind nach unten hängende Samenstränge, wobei die Samen beim Zeitpunkt der Ernte dunkelgrün oder gelblich gefärbt bis leicht bräunlich sein können. Die Farbe ändert sich mit dem Reifegrad. Nur die weiblichen Pflanzen tragen Samen, die in reifem Zustand herunterhängen, also nur diese werden gesammelt, während die männlichen Pflanzen lediglich Staubgefäße haben. Der Unterschied wird deutlich, wenn man männliche und weibliche Pflanzen nebeneinander sieht.

Es empfiehlt sich die Ernte an einem trockenen Tag, am besten, wenn es auch an den Tagen davor nicht geregnet hat, denn dann geht das doch ein wenig mühsame Trocknen schneller und die Gefahr, dass die Samen schimmeln, ist geringer.

Gesammelt werden kann, solange die Samen noch nicht zu braun sind, bis in den Oktober oder sogar bis in den November hinein.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um an die heilkräftigen Samen zu kommen. Entweder streift man sie direkt von der Pflanze in ein Gefäß, dann müssen sie aber schon sehr reif sein, damit sie sich leicht lösen. Zuhause breitet man die Samen dann auf einem Leintuch, auf Papier oder in einem Karton zum Trocknen aus.

Bei größeren Mengen empfiehlt es sich, den oberen Teil der Pflanze abzuschneiden, zuerst den ganzen Stiel aufzuhängen, um den dort herumkrabbelnden Tierchen eine Möglichkeit zur Flucht zu geben, und ihn dann etwa in einen Karton auf Papier zum Trocknen aufzulegen. Nach ein paar Tagen – zwischendurch empfiehlt es sich, die Stiele, wenn diese liegen, immer wieder aufzulockern – können die Samen in eine Schüssel abgestreift werden, eventuell durch ein feines Sieb.

Die gut getrockneten Samen werden in luftdichte Gläser gefüllt und lichtgeschützt und trocken gelagert. So sind sie etwa ein Jahr, also bis zur nächsten Ernte, haltbar.

Alle, die keine Zeit oder Lust für diesen doch recht aufwendigen Vorgang haben, können die Samen auch in der Apotheke kaufen.

Man kann die Samen natürlich auch frisch essen. Frisch sollen sie besonders anregend wirken, dafür aber nicht so stark in ihrer adaptogenen, also den Organismus an Stress anpassenden, Wirkung sein. Besonders die frischen Samen sollten also nicht zu spät eingenommen werden, was aber natürlich ebenso, besonders für empfindliche Menschen, für die getrockneten Samen gilt.

Allgemein lässt die Wirkung nach vier bis sieben Stunden nach der Einnahme nach. Dabei kommt es beim Brennnesselsamen aber nicht zu dem typischen Einbruch, den man vom Nachlassen der Wirkung von Stimulantien wie Kaffee her kennt. Die Samen geben Energie und bringen gleichzeitig Entspannung, weshalb man also sowohl leistungsfähiger als auch erholter ist. Es kommt auch zu keiner Gewöhnung und keiner Abhängigkeit des Körpers, im Gegenteil: Der kräftiger und widerstandsfähiger werdende Organismus braucht mit der Zeit immer kleinere Mengen der wundersamen Wirkstoffe.

Schon innerhalb von ein paar Tagen nach Beginn der Einnahme kann man eine Veränderung bemerken.

Für die Dosierung gilt, dass man mit etwa einem Teelöffel beginnen sollte und die Menge bis zu einem Esslöffel täglich steigern kann. Zuviel kann ein Gefühl von Aufgedrehtsein verursachen. Man sollte selbst die richtige Dosis finden, die bei besonders empfindlichen Menschen auch schon eine Prise oder ein halber Teelöffel sein kann.

Der Samen muss gut gekaut werden, um seine volle Wirkung entfalten zu können!

Verwendungsvielfalt – Gesundheit schenken

Brennnesselsamen kann man in den Salat, ins Müsli, aufs Brot oder in die Suppe streuen oder vorsichtig rösten. Besser genießt man sie aber roh, weil sie dann ihre volle heilsame Wirkung entfalten können.

Brennnesselsamenwein

Aus den Samen kann man einen besonders heilkräftigen Wein herstellen. Dazu nimmt man etwa 50 Gramm Brennnesselsamen, die man im Mörser zerstößt und mit einem Liter Weißwein übergießt. Der Ansatz wird etwa 10 Tage stehen gelassen und dabei immer wieder kräftig durchgeschüttelt, dann wird abgeseiht und eventuell gesüßt. Verschlossen im Kühlschrank ist der Brennnesselwein etwa einen Monat haltbar. Genießen Sie den Medizinalwein in Maßen – bis zu drei Schnapsgläser pro Tag.

Brennnesselsamensalz

Getrocknete Brennnesselsamen mit Salz vermischt ergeben ein besonders schmackhaftes, gesundes Salz.

Vielleicht mit weiteren Kräutern oder bunten Blüten in einem schönen Dekoglas oder in einem passenden Salzstreuer kann man mit diesem speziellen Salz oder dem oben beschriebenen Wein jemandem ein wunderbar wertvolles Geschenk machen.

Wer Brennnesselsamen einmal kennen gelernt hat, wird nicht mehr auf ihre Wirkung verzichten wollen.

Literatur: Practical Herbs 1 und 2, Taschenbuch in englischer Sprache, Henriette Kress

bearmedicineherbals.com, the medicine woman’s roots, http://bearmedicineherbals.com/nettle-seed-as-adrenal-trophorestorative-adaptogen.html

Dr. Lam – Adrenal Fatique Recovery: http://www.drlam.com

 

 

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Claudia Maria

Ich wollte immer freier sein, und die geltenden Spielregeln habe ich schon als Kind angezweifelt. Dann habe ich eine Zeit lang versucht, mitzuspielen, aber glücklich geschafft habe ich es nie. Meine Fragen waren immer: Warum tun die Menschen all das der Natur, den Tieren, einander und sich selbst an? Wofür? Die Erklärungen waren und sind für mich ebenso erbärmlich wie unglaubwürdig. Meine für mich selbst gefundenen Antworten waren immer die besten, denen ich vertrauen konnte. Vegan zu leben ist für mich die Basis aller Bemühungen um eine bessere Welt.

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